Über mich

Ich arbeite in einer psychiatrischen Institutsambulanz und behandele dort erwachsene Patienten psychotherapeutisch. Genauer: Ich bin Diplom-Psychologe (Schwerpunkte: Klinischen Psychologie und Rechtspsychologie) und befinde mich in den letzten Zügen meiner Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten (Verhaltenstherapie).

Seit meiner Kindheit begeistert mich das Wesen des Menschen. Wirklich. Nicht zuletzt ist diese Begeisterung für das Thema – erstens – der Migration meiner Eltern nach Deutschland – und zweitens – dem Aufwachsen in einem sozialen Brennpunkt zu verdanken (und den damit weitreichend verbundenen Implikationen). Was Leid, Deprivation, Frustration und Knappheit bedeutet, habe ich früh in meinem Leben kennenlernen dürfen. Bei uns in der Familie und bei den anderen Familien in der Nachbarschaft. Gleichzeitig durfte ich aber auch Barmherzigkeit, Empathie und bedingungslose Liebe erfahren. Auch beim Schreiben merke ich, dass Worte diesen einzigartigen Cocktail nicht charakterisieren können.

Als kleiner Junge wollte ich Kinderarzt werden. Die Gründe waren vielseitig. Einer davon war definitiv Menschen zu helfen, denen es wirklich schlecht ging. Als Kind denkt man relativ somatisch, wenn eine Person zu einem sagt „mir geht es nicht gut“, dann muss er oder sie wohl Bauchschmerzen haben. Kinderarzt bin ich am Ende des Tages nicht geworden. Der Wunsch mit Menschen gemeinsam zu arbeiten schlummerte jedoch weiter in mir. Vor meinem „Psychologen-Leben“ habe ich diesen Wunsch in meinem „Pädagogen-Leben“ teilweise gelebt. In der Pädagogik konnte ich die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen dann anderweitig verwirklichen. Darüber hinaus brannte ich dafür den Menschen als Wesen weiterhin – jetzt noch tiefer – in seinen unendlichen Facetten zu begreifen. Das Studium der Psychologie war für mich damals die logische Schlussfolgerung. Es folgte in den vergangenen Jahren eine Reise in verschiedene Arbeitsbereiche, Lebenswirklichkeiten und Altersspannen. Beispiele sind der Kinder- und Jugendbereich, die psychiatrische Tagesklinik, die geschützte/“geschlossene“ Station, die offen geführte psychotherapeutische Station, die Gerontopsychiatrie so wie die Justizvollzugsanstalt und die Dozententätigkeit. Heutzutage konzentriere ich mich weitestgehend auf die Behandlung von erwachsenen Personen. Die Neugier aus meiner Kindheit ist jedoch nicht weniger geworden. Im Gegenteil. Durch das angesammelte Wissen und die erlebte Erfahrung, ist es mir sogar möglich viel präziser einzelne Fragestellungen zu untersuchen. Zudem wächst in mir ein Impuls heran die gestellten Fragen, und die mir teilweise selbst beantworteten Fragen, einer Leserschaft anzubieten.

Ziel des Blogs ist es interessierten Leser:innen die Möglichkeit zu geben, sich aus den hier geschriebenen Themen dieser herauszusuchen, die sie wirklich interessieren. Manche Themen werden dabei entstigmatisierend und aufklärend sein. Andere werden wiederum zum Nachdenken anregen und keine klaren Antworten liefern. Und bei wiederum anderen Artikeln werden Leser:innen vielleicht mit den Schultern zucken oder sich provoziert fühlen. Das ist okay. Mir ist beim Schreiben wichtig, dass zum einen Erkenntnisse und Fortschritte aus der Psychologie und Psychotherapie Eingang finden, andererseits aber auch der bodenständige Menschenverstand zu Anwendung kommt. Vor allem letzteren Punkt kann man schlecht in einem Buch nachlesen. Den lernt man im Block.

Zu guter Letzt: Warum heißt es Gedanken aus’m Blog?

1. Weil der Psychologe meistens einen Block zum Mitschreiben nutzt.

2. Weil ich selber in einem (Hochhaus-)Block aufgewachsen bin und diese Erfahrung mit in den Schaffensprozess der Beiträge einbezogen werden. Immer.

Im Leben eines jeden Menschen gibt es Unterstützer. Diese glaube an den Menschen und seine Ideen. Es gab in meinem Leben so einige Weggefährten, die mich auf ihre Art und Weise dabei unterstützt haben der Mensch zu werden, der ich heute bin. Ich sehe es als eine Art persönliche Pflicht, mit den gesammelten Ressourcen (in was für eine Form auch immer) den Nächsten unter uns dabei zu helfen sich selbst zu verwirklichen. Werte und Prinzipien sind mir wichtig.

Herzlich Willkommen bei meinen Gedanken aus’m Blog.

Gedanken aus'm Blog